Verbund Deutscher Bolonka Züchter e.V.  (VDBZ)

Weiß - Scheckung - Dilution - Merle

- vier unerwünschte Fellfärbungen beim Bolonka Zwetna -

Der Bolonka ist zwar ein Hund, der in vielen Fellfarben gezüchtet werden darf, dennoch gibt es dabei einige Ausnahmen basierend auf den Rassestandard oder gesundheitliche Aspekte:

  1. Der russische RKF-Standard verbietet rein weißes Fell wie es beispielsweise beim Malteser oder Bologneser gefordert ist. Dieses weiße Fell basiert auf eine ausschließlich durch den Pigmenttypen Phäomelanin (Gelbpigment) bedingte Färbung bei der das Gelbpigment in starker Verblassung auftritt. Es hat nichts mit Extremschecken und einem zunehmenden Weißanteil durch eine sich sehr weit ausgedehnte Weißzeichnung (Scheckung) zu tun. Hunde mit dieser Art des weißen Fells können allerdings zusätzlich eine Weißzeichnung besitzen, die im weißen Fell optisch untergeht und allenfalls von Fachleuten identifiziert werden kann.
  2. Auch Weißzeichnung (Scheckungsweiß) verbietet der RKF-Standard. Weißzeichnung bedeutet a) farbig mit unregelmäßigen weißen Flecken, deren Anzahl und Ausdehnung von gering bis fast den gesamten Körper bedeckend reichen kann (Piebald, auch Parti genannt), b) weiße Zeichnung (Irische Zeichnung und Tuxedo Zeichnung) und c) weiße Abzeichen (minimale Scheckung in Form von weißen Abzeichen an Brust und Pfoten).
    Je nach den Bestimmungen der einzelnen Zuchtvereine sind die oben genannten Fellfarben mit Weißzeichnung (Scheckungsweiß) in Deutschland jedoch erlaubt oder werden zumindest toleriert.
  3. Seriöse Vereine sorgen mittels Veranlassung von DNA-Analysen dafür, dass ihre Züchter keine Bolonkas in Dilutefarben (Genotyp d/d) gewollt züchten oder auch nur zufällig im Wurf haben. Denn diese Fellfarben können mit Haarbruch (bis zu völlig kahlen Stellen im Fell) und im schlimmsten Fall mit Hautentzündungen und der sogenannten Color-Dilution-Alopezie (CDA) einhergehen. Um Welpen in Dilutefarben sicher auszuschließen, kommt der Gentest auf Dilution zum Tragen.
    Dilutefarben werden z. B. als Blau (Blue), Blue & Tan, Lilac, Lilac & Tan, Blau-Zobel, Lilac-Zobel bezeichnet.
  4. Verantwortungsbewusste Züchter und Vereine meiden die Zucht mit und von Bolonkas mit der so genannten Merle-Färbung - einem Farbmuster, das manchmal auch als Patchwork, Mosaik usw. bezeichnet wird.

Die das Farbmuster Merle verursachende Mutation (Allel M*) kann bei unsachgemäßer Zucht Beeinträchtigungen der Sehkraft, Defekte des Auges und der Iris sowie ein- oder beidseitige sensorineurale Taubheit verursachen.

Der Umgang mit dieser für das Farbmuster verantwortlichen Genvariante erfordert weit mehr als nur den Verzicht darauf, niemals zwei merlefarbene Hunde miteinander zu verpaaren. Eine hohe Kenntnis bzgl. Genwirkungen und deren Zusammenspiel auch mit anderen Genen ist hier notwendig wie auch eine sichere Zuordnung der Fellfarben durch den Züchter. Diese Bedingungen sind beim Bolonka allein aufgrund der großen Züchteranzahl nicht gegeben. Deshalb ist von der Verbreitung einer gesundheitlich risikoreichen Mutation wie das Merle aus vielerlei Gründen beim Bolonka Zwetna abzuraten und sollte im Sinne der Rassegesundheit vermieden werden.

Zusätzlich zum hohen genetischen Wissen des Züchters, das für eine Zucht mit Merle erforderlich ist, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden, ist Merle kein Farbmuster, das in der Rassepopulation des Bolonka Zwetnas vorkommt.
Um dieses Muster zu erhalten bedarf es der Einkreuzung von Fremdrassen!